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Das Boulder-Fieber

11. Oktober 2012

Blasen an den Händen, Muskelkater am ganzen Körper und trotzdem glücklich: Wie das Bouldern – Klettern in Absprunghöhe – mich sofort begeistert hat.

 

„Bouldern, was soll das denn sein?“, fragte ich mich, als meine Freunde mir zum ersten Mal völlig begeistert davon erzählten: „Da ist eine riesige Halle mit ganz vielen bunten Steinen an den Wänden und dann klettert man Routen, über Kopf oder durch einen Tunnel, aber man ist auch nicht gesichert dabei, da liegen einfach dicke Matten auf dem Boden.“

 

„Klettern ohne Klettergurt an Felsblöcken“

Da ich nach dieser Erklärung immer noch keine Vorstellung vom Bouldern hatte, sondern es eher ein bisschen fürchtete, befragte ich zunächst das Internet. Mit Hilfe einiger Bilder und der Wikipedia-Beschreibung: „Bouldern (engl. boulder „Felsblock“) ist das Klettern ohne Kletterseil und Klettergurt an Felsblöcken, Felswänden oder an künstlichen Kletterwänden in Absprunghöhe.“,  konnte ich mir dann etwas darunter vorstellen und habe sofort gesagt, beim nächsten Mal wäre ich dabei.

 

Das habe ich schnell wieder bereut, als alle über riesige Blasen und furchtbaren Muskelkater stöhnten. Da ihre Begeisterung trotzdem noch überwog, bin ich in der nächsten Woche gleich mit ihnen in die „Linie 7“ gegangen, eine Kletterhalle am Bremer Güterbahnhof. Nachdem ich alle guten Tipps verinnerlicht hatte, zum Beispiel immer nach oben zu gucken, damit niemand aus Versehen auf mich springt oder fällt, ging es auch endlich richtig los. Trotz schnell schmerzender Hände und Arme konnte ich die Begeisterung meiner Freunde verstehen.

 

Es gibt verschiedene Routen in allen Schwierigkeitsgraden, sodass man auch als Anfänger und ohne Kraft in den Armen viele Strecken klettern kann und dabei kaum merkt, wie anstrengend es tatsächlich ist – das zeigt sich erst am nächsten Tag durch den Muskelkater.

Es kommt beim Bouldern, anders als beim Klettern mit Seil, nicht so sehr darauf an eine komplette Route zu schaffen. Die Herausforderung ist vielmehr die Bewegung und der Kraftaufwand von einem Stein zum nächsten. Aus diesem Grund sieht man in einer Boulderhalle auch oft kleine Gruppen zusammenstehen, die immer abwechselnd mit den verschiedensten Möglichkeiten versuchen, einen ganz bestimmten Stein zu erreichen. Das ist nämlich oft gar nicht so einfach.

 

Wer bouldert ist weniger allein

Man bouldert also selten alleine, sondern hilft sich immer gegenseitig, so macht es mehr Spaß und man kann, während die anderen klettern, immer mal wieder eine kleine Pause machen.

Damit ist also klar, warum sich das Bouldern vor allem in letzter Zeit immer größerer Beliebtheit erfreut: Man klettert mit Freunden oder lernt neue Leute kennen, mit denen man in den Pausen immer mal ‘ne Runde quatschen kann, und (fast) ganz nebenbei trainiert man den ganzen Körper und hat stets kleine Erfolgserlebnisse – da nimmt man den Muskelkater gerne in Kauf!

Bouldern (und auch Klettern) ist in einer Kletterhalle natürlich ganz anders als in der Natur, erzählen mir alle, die schon beides ausprobiert haben. In einer Halle kann man sich die Route, die man klettert, schon vorher ganz genau angucken und man weiß immer, wohin man als Nächstes greifen muss. Wenn man an einer Felswand klettert, muss man sich seinen Weg nach und nach ertasten und findet selten so gute Griffe wie in einer Halle.

Im Norden überwiegen aufgrund mangelnder Alternativen natürlich die künstlichen Hallen und Kletterwände, man findet aber, zum Beispiel im Harz (www.harzblock.de), auch Boulder-Gebiete in der Natur. Hier muss dann natürlich für das richtige Equipment gesorgt werden. So gibt es zusammenfaltbare Boulder-Matten, die beim Bouldern in der Natur nicht fehlen dürfen.

 

Jelena Kuhn

 

 

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