Eine bärtige Angelegenheit, dieser Movember. Gestern noch mit Vollbart unterwegs begegnen einem seit Anfang November unzählige Männer mit stolz geschwellter Brust und frisch rasiertem Gesicht – und einem Schnurrbart? Hinter dem Wortspiel verbirgt sich eine Kombination aus den Worten November und Moustache (auch Mo genannt), englisch für Schnurrbart. Die Aktion soll der Männergesundheit ein neues Gesicht verleihen. Wie die Bartpracht zur nachhaltigen Bewusstseinsförderung der Männergesundheit werden kann, zeigen die Schnurrbärte made in Movember.
Um es mit den Worten des spanischen Künstlers Salvador Dalí auszudrücken: „Ohne Bart ist ein Mann nicht richtig angezogen“. Diese Aussage mag zwar generell in Frage gestellt werden, trifft für den Movember aber unweigerlich zu. Denn Mann trägt im November bewusst Bart und das aus ziemlich gutem Grund.
Mo Bros und Mo Sistas
Wenn einmal im Jahr der generelle Schnurrbarthype seinen Höhepunkt erreicht, dann ist bekanntlich der Movember angebrochen. Im Monat November lassen sich Männer, die sogenannten Mo Bros, weltweit Oberlippenbärte wachsen, um während des gesamten Wintermonats Aufmerksamkeit zu erregen und Spenden zugunsten der Erforschung und Vorbeugung von Prostatakrebs, Hodenkrebs und anderen Gesundheitsproblemen von Männern zu sammeln. Dabei sind Männer nicht die einzigen, die an der Aktion teilnehmen. Frauen, im bärtigen Fachjargon als Mo Sistas bezeichnet, lassen sich selbst zwar keinen Mo stehen, unterstützen die Aktion allerdings, indem sie das Augenmerk auf die Schnurrbärte der Mo Bros lenken. Denn sowohl Männer als auch Frauen stehen jetzt gemeinsam im Kampf gegen den Krebs und für ein neues Gesundheitsbewusstsein der Männer ein. Dabei wird der ein oder andere Schnurrbartpullover, Mo-Kaffeebecher oder Bartjutebeutel in den kommenden Tagen sicher öfter zum Vorschein kommen.
Mo-Lifestyle
Beim Mo’en geht es darum, die Sichtweise auf ein ernstes Thema durch den humorvollen Einsatz verschiedenster Bartprachten nahezubringen. Hierbei sind die Teilnehmer einem bestehenden Mo Team angeschlossen oder haben selbst eins gründet. Ausschlaggebend ist der persönliche Mo Space – der Alltag, das nähere Umfeld sowie das Internet. Da das gemeinsame Züchten eines derartigen Barts und der allgemeine Anblick einer Schnurrbartpracht beständigen Redestoff liefert, werden die Mo Bros somit zu laufenden und sprechenden Werbetafeln. Durch die allgemeine Aufmerksamkeit kommt es zu Gesprächen und Spenden, die wiederum dem Zweck an sich zugutekommen. Dabei sind nicht nur die Teilnehmer des Movembers wichtig, sondern insbesondere Menschen, die einen wandelnden Schnurrbart ihres Vertrauens unterstützen und spenden. Mit gutem Beispiel voran gehen auch bekannte Gesichter wie beispielsweise der deutsche Youtuber LeFloid und sein Team Letitbeard. Sie verleihen dem Movember auf köstliche Art und Weise ein neues Gesicht.
Made in Movember
Anders als im alt bekannten Sprichwort „Männer kennen keinen Schmerz“ geht es eben gerade darum, die Männergesundheit ins Bewusstsein zu rufen. Wenn also ab dem 01. November die Rasierer täglich gezückt werden und im Verlauf des Monats kontinuierlich surren, dann weiß Man(n), wofür er sich (s)einen Schnauzer stehen lässt. Während der vorrangige Fokus auf der Vorbeugung und besseren Behandlung von Prostatakrebs und Hodenkrebs liegt, werden zusätzlich auch Programme gefördert und initiiert, mit denen damit verbundene psychologische Probleme wie Depression oder bipolare Störungen besser behandelt werden können. Die gesammelten Spenden werden daraufhin an nationale Forschungseinrichtungen weiterleitet. Neben dem guten Zweck und einem außergewöhnlichen Spaßfaktor, findet Ende des Monats ein Movember Gala Partés statt, bei dem der ultimative Man of Movember 2014 geehrt und der schönste Bart gefeiert wird.
Wenn wahre Gentlemen in einer edlen Sache eins werden und sich für einen guten Zweck Schnurrbärte wachsen lassen, dann darf zurecht von Bartpracht made in Movember gesprochen werden. Das Gesicht des neuen Männerbewusstseins für Gesundheit trägt somit Schnauzer.
Wie sagt man so schön: Ein Mann – ein Bart.
Die offizielle Movember Homepage findet ihr hier.
Dana Bolloff