Spieletest „Der Pate“
„Buona Sera, mein Name ist Don Corleone und meine Geschichte wurde nicht nur in dem berühmten Buch von Mario Puzo oder den noch bekannteren Filmen von Francis Ford Coppola geschildert, sondern kann nun auch in einem Gesellschaftsspiel erlebt werden“. Das Spiel wurde von Michael Rieneck entwickelt und wird seit 2010 von Kosmos Spiele vertrieben. Für das Spiel wurden die offiziellen Lizenzen von Paramount erworben, weshalb allen Freunden der Filmversion sowohl das Logo von „Der Pate“ auf der Verpackung als auch die Mafiosigesichter im Spiel selbst bekannt vorkommen könnten. Das Spiel ist im New York der 40er Jahre angesiedelt. Die vier großen Mafia Familien, die Corleones, die Tattaglias, die Barzinis und die Straccis, kämpfen mit allen Mitteln um Macht, Einfluss und Reichtum. Es wird geschmuggelt, erpresst, illegales Glücksspiel betrieben und es werden Buchmacher kontrolliert. Der Spieler übernimmt hierbei die Rolle des Paten von einer dieser Familien und das Ziel des Spiels ist es, der mächtigste Gangsterboss von New York zu werden.
Der Aufbau
Das Spiel ist für 2-4 Mafiosi im Alter von mindestens 12 Jahren gedacht und dauert circa 60 Minuten, in denen die Spieler versuchen, sich gegenseitig das Leben in New York schwer zu machen. Neben einer Karte von New York gibt es im Spiel 94 Spielsteine, 28 für einen Mafiakrieg nötige Familienmitglieder und natürlich 100 Geldscheine, um die gekämpft wird und mit denen das illegale Geschäft erweitert werden kann.
Das Spiel
Die Spieler starten mit einer Reihe von Geschäften, die unter Ihrer Kontrolle stehen und ihnen vorerst festes Einkommen bescheren. Das Spiel geht über sieben Runden und in jeder Runde können zufällig ermittelte Ereignisse, die aus den Filmen bekannt sind, das Spielgeschehen beeinflussen. Jedem Spieler stehen in jeder Runde eine Reihe von taktischen Optionen zur Verfügung und sie können eine Reihe von zufällig ermittelten Punkten in illegale Aktivitäten investieren, um die gegnerischen Spieler zu bekämpfen und feindliche Geschäfte zu übernehmen. Einen offenen Krieg sollte man jedoch möglichst vermeiden, da jeder tote Mafiosi am Ende des Spiels mit Geld zurückbezahlt werden muss. Auch die Polizei möchte natürlich mitverdienen und kann jedem der Spieler Steine in den Weg legen. Doch neben dem Geld spielt auch der Einfluss der Familie auf die Politik von New York sowie das Ansehen jeder Familie in der Gesellschaft eine Rolle. Eines der Beiden ist am Ende jedes Spiels zufällig das K.O.-Kriterium, mit dem bestimmt wird, wer das Spiel gewonnen hat. Man sollte sich also nicht nur alleine auf das Geld verlassen, denn was ist ein Mafioso ohne seine Familie.
Das Resümee
Das Spiel „Der Pate“ ist ein unterhaltsames Gesellschaftsspiel für alle, die es mögen, sich gegenseitig mit fiesen Tricks das Leben schwer zu machen oder Freude daran haben, die gegnerischen Mafiosi beispielsweise mit Betonschuhen im Hudson River zu versenken. Im Spiel kann man sich recht wenig auf Glück und zufällige Ereignisse verlassen, sodass von den „Möchtegern-Paten“ ein möglichst über mehrere Züge geplantes Verhalten gefordert wird. Aus diesem Grund macht die zweite Runde des Paten auch mehr Spaß als die erste, da die Mitspieler meist nach dem ersten Spiel die taktischen Möglichkeiten komplett überblicken und ihre Familie dementsprechend lenken können. Was die Komplexität angeht, ist das Spiel jedoch überschaubar. Die Qualität des Spielmaterials ist zudem sehr gut, sodass es sich für eingefleischte Fans der Romanvorlage „Der Pate“ wirklich um ein Angebot handelt, das man nicht ablehnen kann.
Nicole Conrades
Für weitere Infos:
Der Pate
Für 2-4 Spieler
Ab 12 Jahren
ca. 60- 70 Min.
KOSMOS Verlag, http://www.kosmos.de/





