Upcycling ist in aller Munde und der Hype um diesen hippen, nachhaltigen Lifestyle hat auch euch gepackt? Ihr wollt auch mal ran, wisst aber nicht wie? Hier gibt’s eine Anleitung exklusiv für euch aus unserem Nähstübchen. Hauptakteure sind eine alte Wolldecke aus dem Keller und 12 Stoff-Dreiecke.
Kaufen, benutzen, und ab in den Müll? Laut dem Statistischen Bundesamt haben die Deutschen im Jahr 2010 bis zu 100.000 Tonnen Textil- und Bekleidungsabfall produziert. Pestizide und Giftstoffe, unzumutbare Produktionsbedingungen in den Herstellungsländern, schreckliche Qualen für Angora-Kaninchen, Schaf, Hühnchen und co. und oft keine Spur von Nachhaltigkeit. Aber das wissen wir alles und tun trotzdem nichts. Konsumverzicht – unrealistisch?„Grüne Mode“– zu teuer? Secondhand und Vintage – zu oll? Das muss nicht sein. Upcycling lautet die Lösung für alle kreativen Köpfe, die mit ein bisschen Zeit, wenig Aufwand und noch weniger Geld alten Dingen neues Leben einhauchen wollen. Das entlastet die Müllhalden, den Geldbeutel und das Gewissen und man kann individuelle Einzelstücke dazugewinnen, die mehr ans Herz wachsen als die Trends von der Stange es jemals könnten. Der Hype um Upcycling hat in den letzten Monaten stark zugenommen. Der Spiegel, die Zeit, die taz und auch KROSSE, alle schreiben über diesen neuen Trend. Als Inspiration und um neuen DIY’lern den Schritt in ein upgecyceltes Dasein zu erleichtern, hier eine bilderreiche Step-by-Step Anleitung für eine Vintage-Decke im hippen neuen Gewand. Natürlich kann man anhand dieser Anleitung auch Tischdecken, Kissen, Kleidungsstücke und andere Textilien verschönern.
Du brauchst:
-Lineal und Pappe zum Erstellen einer Schablone
-Stecknadeln
-Nähnadeln
-Garn
-Wolle nach Bedarf
-Schneiderkreide
-Vlieseline (weiche Fixiereinlage) oder Watte
-verschiedenen Stoffreste
-(Stoff)schere
Schritt 1: Erstelle mithilfe eines Lineals und einem Rest Pappe eine stabile Schablone. Solltest du dich auch für ein Dreieck entscheiden, muss dieses unbedingt rechtwinklig und gleichschenklig sein, damit die einzelnen Teile später problemlos zusammengenäht werden können. Lege nun deine Schablone möglichst platzsparend auf dem Stoff an und markiere die Form mithilfe von Schneiderkreide. Schneide sie nun vorsichtig aus. Verfahre so mit 12 Dreiecken aus unterschiedlichem Stoff.
Schritt 2: Ordne die Dreiecke nun nach deinen Wünschen an. Überlege dir genau, welches Muster dir gefällt und welche Stoffteile nebeneinander liegen sollen.
Schritt 3: Hefte die Formen nun auf der Rückseite mit Stecknadeln zusammen. Dazu legst du immer 2 Kanten von benachbarten Dreiecken mit den Vorderseiten zusammen und steckst diese dann von hinten zusammen. Achte darauf, dass die Teile genau aufeinanderliegen, damit es später keine Unregelmäßigkeiten gibt. Wenn du Leder oder Lederimitat verwendest, solltest du besonders vorsichtig sein, da jeder Einstich einer Nadel im Leder sichtbar bleibt.
Schritt 4: Nähe nun die einzelnen Teile mit Hilfe einer Nähmaschine oder von Hand zusammen. Um das Gewebe vor dem Ausfransen zu schützen habe ich die Kanten mithilfe eines Zick-Zack-Stichs versäumt. Eine einfache, gerade Naht tut es aber auch.
Schritt 5: Stopfe nun eventuell vorhandene Löcher mit Vlieseline. Im Notfall kannst du auch normale Watte verwenden.
Schritt 6: Damit die Decke auch auf der Rückseite ansehnlich ist, kannst du nun ein beliebiges Stück Stoff von hinten über die gestopften Löcher nähen. Ich habe dazu von Hand ein weiteres Dreieck mit Wollfaden auf die Decke genäht. Bei Kleidungsstücken oder Kissen, bei denen die Rückseite verborgen bleibt, ist dieser Schritt nicht notwendig.
Schritt 7: Die zusammenhängenden Formen können nun auf die Decke genäht werden. Da meine Decke aus dichter Schurwolle besteht, habe ich dies ebenfalls von Hand und mit Wolle anstatt Garn getan. Dabei habe ich darauf geachtet nicht ganz durch die Decke zu stechen, damit mein dunkler Wollfaden von hinten nicht sichtbar ist.
Schritt 8: Jetzt kannst du voller Stolz dein fertiges Werk bewundern und dein Zuhause oder dich selbst mit deinem neuen Lieblingsstück schmücken.
Gesa-Marie Böhme