Nach dem großen Erfolg von „Pedal the World“ läuft seit dem 4. Mai der zweite Film von Felix Starck und Selima Taibi in den (ausgewählten) deutschen Kinos. Warum der Film gleichermaßen Reiselustige als auch Reisemuffel zum Träumen anregt, erzählt euch unsere begeisterte Redakteurin…
Darf ich vorstellen: Felix Starck, Filmemacher, und Selima „Mogli“ Taibi, Sängerin. Kennengelernt haben sich die beiden, als Felix mit seinem Fahrrad um die Welt fuhr. Aus seinen Aufnahmen entstand der Dokumentarfilm „Pedal the World“, der mit über 180.000 Kinobesuchern einer der erfolgreichsten deutschen Dokumentarfilme der letzten Jahre wurde. Danach ziehen die beiden zusammen mit Berner Sennenhund „Rudi“ nach Berlin – wo ihnen allerdings die Decke auf den Kopf fällt. Als sie einen Artikel über einen Mann lesen, der sich einen Schulbus in ein Wohnmobil umgebaut hat, steht der Entschluss fest: Das wollen sie auch! Also kaufen sie online einen alten amerikanischen Schulbus für $9 500. Ein Risiko, das sich lohnen wird.
„Loft on wheels“
Vier Wochen später fliegen sie nach North Carolina, Amerika, und beginnen mit dem dreimonatigen Umbau des Busses. Sitzbänke rausreißen, isolieren, ausbessern, streichen, Elektrik und Wasserleitungen verlegen, Möbel bauen – keine leichten Aufgaben für das junge Paar. Doch trotz einiger Rückschläge kann sich das Ergebnis auf jeden Fall sehen lassen. An Bord haben sie alles, was man zum Leben braucht: Einen Kühlschrank mit Gefrierfach, eine Komposttoilette, eine kleine Dusche, einen Wassertank, einen Generator und einen Herd, auf dem Selima während der Reise die leckersten Gerichte zubereitet. Und durch die Kombination von weißen Schränken und der Verkleidung aus Palettenholz sieht ihr mobiles Heim auch noch echt schick aus!
Die Reiseroute
Bei den Niagara Fällen starten die drei ihre Reise nach Alaska, um anschließend quer durch Nordamerika nach Mexiko zu fahren. Dabei wandelt sich die Umgebung ständig: Von Bergen und Küsten über Dschungel bis hin zu Wüsten ist alles dabei. Besondere Highlights der Route sind die kanadische Stadt Banff, der Redwood-Nationalpark, das Death Valley und der Grand Canyon. Kulinarisch und kulturell sind die beiden vor allem von Mexiko begeistert, wo sie den „Dia de los Muertos“ (Tag der Toten) miterleben und die vielen landesüblichen Gerichte probieren. Aber auch die unterschiedlichsten Begegnungen machen den Reiz ihrer Reise aus: Sie treffen auf einen Grizzly, besuchen die Chilifabrik eines Bekannten, werden von mexikanischen Soldaten umstellt und trinken Kaffee mit einem mexikanischen Drogenboss…
Die schlechten Straßen bleiben dabei leider nicht ihr einziges Problem: Neben einigen bürokratischen Schwierigkeiten und so manchen Reparaturen am Bus wird Rudi nicht nur an den Beinen operiert sondern durch die Hitze und die ungewohnten Lebensumstände auch sehr krank. Doch die drei trotzen jedem Hindernis und genießen die vielen großen und kleinen Augenblicke, die sie miteinander teilen können.
Fazit
Der Film ist ein absolutes Muss für jeden Reiselustigen! Als Zuschauer hat man das Gefühl, vom Anfang bis zum Ende des Abenteuers dabei zu sein und auch die persönliche Entwicklung von Felix und Selima mitzuerleben. Die beiden lassen uns durch ihre abwechslungsreichen Berichte stets an ihren schönen und weniger schönen Erfahrungen teilhaben. Allerdings läuft der Film nur noch an bestimmten Tagen (zum Beispiel am 07. und 09.05.17 im CineStar Bremen) in den größeren Kinos – also ranhalten! Einen Trailer zum Reinschauen gibt es hier:
Wie „Pedal the World“ haben Felix und Selima auch „Expedition Happiness“ selbst finanziert, produziert und in die Kinos gebracht. Durch die unterschiedlichen Aufnahmen mit GoPro, Drohne und Co. zeigen sie uns, wie wunderschön die jeweiligen Orte sind und machen Lust auf mehr. Besonders durch den sehnsüchtigen Soundtrack von Mogli alias Selima, den sie auf der Reise geschrieben hat, möchte man am liebsten sofort die Koffer packen und sich die Welt ansehen – sogar als Reisemuffel. Auch das Ende des Films vermittelt eine tolle Botschaft: Egal wo du bist, es ist schön, einen Ort zu haben, den du dein Zuhause nennen kannst!
Von Nina Müller
Bildquelle: Felix Starck