Die Rolling Stones veröffentlichen ein 20-Jahre-altes Live-Konzert aus dem Weserstadion auf DVD und Blu-Ray. Was es mit dem Bremen-Tribut auf sich hat und wie der Name der Band entstanden ist, erfahrt ihr hier.
Es ist der 2. September 1998. Das hell erleuchtete Weserstadion ist mit 40.000 aufgeregten Fans gefüllt, die es kaum erwarten können, ihre Lieblingsband live zu erleben. Monatelang haben sie darauf gewartet, dass die Rolling Stones im letzten Teil ihrer „Bridges To Babylon“-Tour in der Hansestadt für sie spielen. Online konnten sie während der Tour zum ersten Mal abstimmen, welchen Song sie unbedingt live hören möchten – in Bremen fällt die Wahl auf „Memory Motel“ von dem 1976 erschienen Album „Black and Blue“. Es ertönt eine laute Explosion und Keith Richards betritt mit Eidechsen-Sonnenbrille und Leopardenmantelimitat die Bühne. Die Herzen der Fans schlagen im Takt – vor ihnen liegen 155 Minuten pures Musikvergnügen.
Alter Live-Rock im neuen Glanz
Mit „Bridges to Bremen“ veröffentlichen die Rolling Stones eben dieses epische Rock’n’Roll-Konzert auf Blu-Ray, DVD, Triple-LP und digital und geben somit jedem die Möglichkeit, in den Genuss der Live-Musik der Band zu kommen. Schon damals lockte das Spektakel Millionen von Zuschauern vor die Bildschirme. Die Audio- und Filmaufnahmen des Gigs wurden jetzt allerdings neu gemixt und aufgearbeitet, und dürften somit auch für alteingesessene Fans ein tolles Erlebnis bieten. Und von denen dürfte die bereits 1962 gegründete Rockband einige haben: mit 260 bis 300 Millionen verkauften Tonträgern zählen sie zu den erfolgreichsten Bands aller Zeiten.
Ein glücklicher Zufall
Dabei wäre es fast nicht zur Gründung der Band gekommen! Leadsänger Mick Jagger und Gitarrist Keith Richards kennen sich zwar bereits aus ihren Grundschultagen, verloren sich dann aber aus den Augen. 1961, im Alter von 18 Jahren, trafen die beiden sich zufällig am Bahnhof ihrer Heimatstadt Dartford. Oberrocker Mick Jagger studierte zu dem Zeitpunkt noch ganz brav Betriebswirtschaftslehre in London. Die beiden kommen ins Gespräch, weil er Platten der amerikanischen Bluesmusiker Chuck Berry und Muddy Waters dabei hat. Letzterer hat mit seiner Songzeile „I’m a rollin‘ stone“ aus dem Song „Mannish Boy“ übrigens laut Bassist Bill Wyman den Namen eben der Band inspiriert, die dann 1998 Bremen zum Beben brachte.
Wem die fulminante Kulisse des Weserstadions nicht genug ist, kann sich übrigens noch über vier weitere Songs der Konzerte auf dem Soldier Field in Chicago 1997 freuen. Die Live-CD folgt am 21. Juni 2019.
Jule Blaase
Hier gibt’s den Trailer der Rolling Stones:
https://www.youtube.com/watch?v=XE3OrC1PWT4
Tracklist der Triple-LP:
1. (I Can’t Get No) Satisfaction
2. Let’s Spend The Night Together
3. Flip The Switch
4. Gimme Shelter
5. Anybody Seen My Baby?
6. Paint It Black
7. Saint Of Me
8. Out Of Control
9. Memory Motel
10. Miss You
11. Thief In The Night
12. Wanna Hold You
13. Its Only Rock ‘n’ Roll (But I Like It)
14. You Got Me Rocking
15. Like A Rolling Stone
16. Sympathy For The Devil
17. Tumbling Dice
18. Honky Tonk Women
19. Start Me Up
20. Jumpin’ Jack Flash
21. You Can’t Always Get What You Want
22. Brown Sugar
“Bridges to Chicago” blu-ray/DVD bonus
1. Rock And A Hard Place
2. Under My Thumb
3. All About You
4. Let It Bleed
Bildquelle: Raph_PH, StonesLondon220518-113 (41437870545), CC BY 2.0